40 Jahre Bär – Freiheit für die Füße

Seit 1982 stellt BÄR mit Sitz in Bietigheim-Bissingen Schuhe her, die dank 100-prozentiger Zehenfreiheit natürliches Gehen und Stehen ermöglichen...

Fashion
19.12.2022 | BÄR

Eine Erfolgsgeschichte aus Baden-Württemberg

Wie aus einer Idee, an die anfangs kaum jemand glaubte, ein mittelständisches Unternehmen wuchs. „Zu klobig, zu teuer“ waren die Einwände, welche die BÄR-Gründer zu hören bekamen. Doch die Schuhe überzeugten und fanden treue Kunden – auch über Deutschland hinaus. Seit 1982 stellt BÄR mit Sitz in Bietigheim-Bissingen Schuhe her, die dank 100-prozentiger Zehenfreiheit natürliches Gehen und Stehen ermöglichen. Mittlerweile führt die nächste Generation das Familienunternehmen und ist sich sicher, dass der BÄR-Boom weiter geht. 

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Die Familie Bär (v. l.): Christian Bär, Hilke Bär, Christof Bär, Sebastian Bär. | © BÄR

Problemlöser BÄR

Die Geschichte des Familienunternehmens aus Baden-Württemberg begann mit einer persönlichen Leidensgeschichte. Christian Bär arbeitete im Außendienst und das lange Gehen und Stehen auf Messen machten ihm zunehmend zu schaffen. Rückenprobleme plagten ihn und die Füße schmerzten. Der Arbeitsalltag wurde zur Belastung. Bär probierte Verschiedenes aus, um sich Linderung zu verschaffen. Dabei wurde ihm klar, dass sein bisheriges Schuhwerk die Schmerzen verursachte. Er dachte neu und hatte eine Idee: Schuhe sollten die Form der Füße haben. Dadurch können sich die Zehen beim Abrollen frei bewegen und spreizen. Kommen die Schuhe komplett ohne Absatz aus, wird dieser Effekt noch verstärkt. Das Körpergewicht verteilt sich gleichmäßig auf dem ganzen Fuß und die Wirbelsäule kommt in ihre S-Form, wodurch Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke im Gleichgewicht arbeiten. Dieses gesunde Gehen, wie barfuß, ergänzte Christian Bär durch eine leichte Dämpfung. Die Sohle sollte die schädlichen Stöße beim Gehen neutralisieren und sehr flexibel sein.

„Wer will denn solche Schuhe kaufen?“

Einen solches Produkt gab es aber nicht auf dem Markt. Zusammen mit seiner Ehefrau Hilke machte sich der zweifache Vater selbst an die Lösung seiner Probleme. 1982 gründeten sie zusammen die BÄR GmbH und entwickelten ihren eigenen Schuh. Sie waren überzeugt, dass dieses Modell auch anderen Menschen mit denselben Problemen helfen kann. Die Reaktion der Schuhexperten auf die neuen BÄR-Schuhe mit der fußfreundlichen Form war einstimmig: „Wer will denn solche Schuhe kaufen?“. Selbst die Fachleute, die an der Herstellung der Neuheit mitwirkten, zweifelten daran, dass sich die Idee auf dem Markt durchsetzen könnte. Doch Christian und Hilke Bär glaubten an ihre Idee und hielten an ihr fest. Sie bezahlten die ersten 100 Paar im Voraus aus eigener Tasche. Und der Erfolg der Marke gibt ihnen bis heute recht.

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BÄR Schuhe entstehen in bis zu 160 Arbeitsschritten in der eigenen Manufaktur. | © BÄR

Eine schwäbische Erfolgsgeschichte

Die Geschäfts- und Eheleute Bär verkauften ihre ersten Schuhe auf Messen. Ihre beiden Söhne Christof und Sebastian halfen mit und besserten so ihr Taschengeld auf. Die erste Filiale eröffnete 1985 in Lüneburg. Vier Jahre später lief der Verkauf der Schuhe über den eigenen Katalog an. Nur ein Jahr darauf ging der erste Onlineshop der Firma live. 1993 war das Familienunternehmen so erfolgreich, dass es sich mit einem Neubau mit Outlet und großem Bürogebäude im Industriegebiet von Bietigheim-Bissingen vergrößerte. In der Stadt mit rund 40.000 Einwohnern sitzen auch heute noch ein Großteil der Logistik, die Verwaltung und viele Teams von der Produktentwicklung bis hin zur Grafik. Ein entscheidender Schritt für die Unternehmensentwicklung der Schuhmarke war die Inbetriebnahme einer eigenen Manufaktur in Indien mit heute 400 Mitarbeitenden. Durch die enge Anbindung an das produzierende Tochterunternehmen Baer Shoes India zeichnet sich die Schuhmarke durch eine hohe Lieferfähigkeit aus. Auch ins Ausland expandierte der Mittelständler früh. 1990 stieg BÄR in den französischen Markt ein. Vier Jahre später war das Unternehmerpaar Hilke und Christian Bär auf der ersten Messe in Tokio vertreten. Japan ist seitdem ein bedeutender Absatzmarkt für die schwäbische Schuhmarke. Kurz nach der Jahrtausendwende folgt der Markteinstieg in Großbritannien, Österreich und in der Schweiz sowie in Kuwait. Und noch eine Herausforderung gelingt BÄR: Der Generationenwechsel. 

BÄR bleibt BÄR und geht neue Wege

Seit 2002 sind Christof und Sebastian Bär, die Söhne des Gründerpaars, Geschäftsführer des Unternehmens. Sie bleiben der schwäbischen Bodenständigkeit treu und planen nachhaltiges Wachstum ohne Venturecapital. Und auch das Alleinstellungsmerkmal von BÄR – die 100-prozentige Zehenfreiheit – bleibt unverändert. Längst hat sich das Design weg vom Gesundheitsschuh zum modischen Schuhwerk weiterentwickelt. 2011 haben die BÄR-Schuhe mit der jungen Marke Joe Nimble Zuwachs bekommen, die Schuhe für den Laufsport entwickelt und herstellt. Sebastian Bär, selbst Läufer, ist Geschäftsführer von Joe Nimble – natürlich ebenfalls zu 100 Prozent Functional Footwear. Die Marke BÄR wird von seinem Bruder Christof geführt. Beide Brands sind unter dem Dach der BÄR GmbH vereint. Bisher vertreibt das Familienunternehmen seine Schuhe in 23 BÄR-Filialen, online und über den klassischen Versandhandel. Das Unternehmen baut seine Multichannel-Strategie aber weiter aus und ist seit September 2022 Markenpartner der ANWRderstärksten Verbundgruppe im Schuhfachhandel. Damit erweitert der Mittelständler das eigene Vertriebsnetz um ausgewählte Einzelhändler in Deutschland und Österreich sowie in der Schweiz, der Benelux-Union und in Skandinavien. „Wir sind überzeugt, dass unsere konsequente Markenführung attraktiv für den Handel ist“, so Christof Bär. Neue Wege beschreitet BÄR auch mit innovativen Materialien und so bleibt sich der Schuhpionier der Zehenfreiheit weiterhin treu, was revolutionäre Ideen angeht.

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Die Gesichter hinter der Firma BÄR: Menschen mit 100% Herzblut bei der Herstellung guter Schuhe. | © BÄR

Innovative Ideen

Mit dem Einsatz neuer Materialien geht BÄR mutig voran. Naturkrepp-Sohlen und HyphaLiteTM ein mit Pilzen hergestelltes Obermaterial sind nur zwei der nachhaltigen Materialien in der Kollektion der Schuhmanufaktur. Die tier- und umweltfreundliche Alternative zu Leder überzeugt durch ihre stark absorbierenden, antibakteriellen und antiseptischen Eigenschaften. Die Technologie HyphaLiteTM ermöglicht einen Bio-Anteil von 100 Prozent und ist als Kreislaufprodukt entwickelt worden. Auch im Outdoor-Segment bietet BÄR mit dem Wanderschuh BERGKOMFORT und einer zum Patent angemeldeten Sohlentechnologie einen Mehrwert gegenüber konventionellen Schuhen. Die FIRMOFLEX®-Technologie ermöglicht den Komfort des natürlichen Abrollens bei gleichzeitiger Querstabilität. Das nachhaltig gegerbte Terracare® Leder sorgt für höchste Haltbarkeit und besten Tragekomfort.

Designed in Germany, made in India

Das Familienunternehmen produziert in einer eigenen Manufaktur in Indien. Christof Bär betont die enge Verbindung zwischen Indien und Bietigheim-Bissingen: „Es gibt keine Trennung. Hier und dort gelten die gleichen Werte und Regeln. BÄR könnte man als ein internationales Unternehmen mit deutschen Wurzeln bezeichnen.“ Der Geschäftsführer ist mindestens sechsmal im Jahr selbst vor Ort. „Unsere Mitarbeiter in Indien arbeiten unter sozialverträglichen und einwandfreien Bedingungen“, so der Schuhpionier. Baer Shoes Pvt. Ltd. in Ambur verfügt seit 2011 über die Zertifizierung der Sozialstandards im Sinne der ILO-Kernarbeitsnormen, die im Rahmen der Welthandelsordnung internationale Arbeits- und Sozialstandards festlegen. Der Schuhmarke ist Transparenz wichtig und der Blick hinter die Kulissen ausdrücklich erwünscht. Die Produktion in Indien kam durch den Fachkräftemangel zustande. Der Beruf des Schuhfertigers ist in Deutschland kaum noch zu finden, da er zusehends an Attraktivität verloren hat und kaum mehr ausgebildet wird.

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In der firmeneigenen Manufaktur wird dafür gesorgt, dass unter sozial verträglichen und humanökologisch einwandfreien Bedingungen gearbeitet wird. | © BÄR

Hochwertig und nachhaltig

Die Qualitätsstandards von BÄR sind in den 40 Jahren gleich hoch geblieben. BÄR bietet statt der vorgeschriebenen 24 sogar 36 Monate Garantie. Außerdem besohlt die Reparaturabteilung in Bietigheim-Bissingen Schuhe aus der eigenen Manufaktur neu und verschafft ihnen ein zweites Leben. „Unser Mitarbeiter im hauseigenen Reparaturservice lebt und denkt in Schuhen“, berichtet Christof Bär stolz und freut sich über die Vision, die sie eint. Zum einen geht es ihnen darum hochwertige Schuhe herzustellen, die natürliche Bewegungsabläufe ermöglichen, statt die Füße in ein Korsett zu zwängen. Zum anderen ein nachhaltiges Produkt auf den Markt zu bringen, das einen langen Lebenszyklus hat und so weniger Abfall und CO2-Emissionen erzeugt.

Über BÄR

Seit über 40 Jahren stellt das Familienunternehmen Schuhe mit Zehenfreiheit, Nullabsatz und Flexibilität in höchster Manufaktur-Qualität her. Was 1982 mit einer revolutionären Idee von Christian Bär begann, wird seit 2013 von den Söhnen Christof und Sebastian Bär mit innovativen Ideen und Herzblut weitergeführt. BÄR Schuhe sind in 21 BÄR Filialen, im Onlineshop und über den klassischen Versandhandel sowie über Amazon und Mirapodo erhältlich. 130 Angestellte arbeiten am Firmensitz in Bietigheim-Bissingen und 400 ebenfalls fest angestellte Mitarbeitende stellen die Schuhe in der hauseigenen Manufaktur in Indien her.

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