Alles außer Ski: Wie Rodeln, Biathlon und Alpakas den Winter erobern 

Ein Winter abseits der Piste? Diese 5 Regionen zeigen, wie’s geht!

Alles außer Ski: Wie Rodeln, Biathlon und Alpakas den Winter erobern 

Wer nur auf Pistengaudi setzt, verschenkt Gäste. Immer mehr Wintersportler suchen Alternativen zum klassischen Skifahren und immer mehr Regionen machen ihre Vielfalt zum Programm. Diese fünf Regionen zeigen, wie Winter auch ohne Ski funktioniert. 

Skifahren? Kann man machen. Muss man aber nicht ausschließlich. Während die einen noch immer am liebsten auf zwei Brettern den Hang hinunterwedeln, entdecken immer mehr Winterurlauber, dass zwischen Dezember und März weit mehr möglich ist als Pistenflitzen und Hüttenzauber. Die Zahlen bestätigen den Trend: Laut aktuellem dwif-Fakten-Kompass gewinnen Angebote jenseits des klassischen Skifahrens kontinuierlich an Bedeutung. Winterwandern, Schneeschuhtouren und Rodeln entwickeln sich zu Wachstumstreibern im Wintertourismus. Alternative, nachhaltige Freizeitformen sind nicht mehr Beiwerk, sondern Programm. In diesen vier Regionen werden die Berge zur Bühne für neue Erlebnisse. 

#1 Gitschberg Jochtal: Wo Rodler Höhenmeter sammeln

Mit Vollgas durch die Winterwelt: In Gitschberg Jochtal ist Rodeln mehr als nur ein Kinderspaß. © Gitschberg Jochtal/Hannes Niederkofler 

Wer glaubt, Rodeln sei nur etwas für Kinder, war noch nie in Gitschberg Jochtal. Hier wird der Hang zum Spielfeld und der Fahrtwind zum besten Freund. Allen voran die Brimi-Rodelbahn, die ohnehin schon zu den längeren Strecken in Südtirol gehört. Sie legt diesen Winter noch mal nach und führt nun nicht mehr nur bis zur Mittelstation, sondern weiter hinab ins Tal. Mehr Strecke, mehr Kurven, mehr Geschwindigkeit. Wer keine eigene Rodel hat, leiht sich eine an der Talstation. 25 Hütten verteilen sich in der Region Gitschberg Jochtal, zwölf davon außerhalb des Skigebiets. Die Rodenecker-Lüsner Alm oder die Fane Alm erreicht man nur zu Fuß oder auf Schneeschuhen. Stille Wege, auf denen nur der eigene Atem und das Knirschen zu hören sind. Und wenn’s mal schneller sein soll, geht es auf die Kunstrodelbahn in Meransen: 200 Meter Rennrodeln und Starttraining, auf denen sogar Profis wie Erika Lechner und Dominik Fischnaller an ihrem Timing feilen.  
 

#2 Pillerseetal: Biathlon-Feeling mitten in Tirol 

Das Pillerseetal gilt als schneereichste Region Tirols und bietet eines der schönsten Loipennetze Österreichs – Biathlon-Weltcup inklusive. © Sportalpen 

Wer einmal mit zitternden Händen und rasendem Puls versucht hat, eine Scheibe zu treffen, vergisst dieses Erlebnis nicht. Beim Gästebiathlon im Pillerseetal, Austragungsort des Biathlon-Weltcups und Gastgeber der WM 2028, schlüpfen Teilnehmende in die Rolle der Profis: Laufen, anhalten, zielen, ausatmen, abdrücken – und hoffentlich treffen. Ein Angebot, das es selten gibt. Wer es spielerischer mag, steigt beim Biathlon der Antike auf Schneeschuhe um. Das Pillerseetal ist vor allem eines: ein Langlauf-Mekka. Fünf Orte, ein Loipennetz und eine traumhafte Kulisse aus gefrorenen Seen, den schroffen Gipfeln der Loferer und Leoganger Steinberge sowie der schneeweißen Almen der Kitzbüheler Alpen. Wer die Freiheit abseits gespurter Wege sucht, versucht sich im Off-Track-Tour Langlaufen, skandinavisch inspiriert, ohne Loipe, ohne Tempo. Nur Schnee und Stille. Das Pillerseetal gilt als schneereichste Region Tirols. Man merkt es. 

#3 Graz: Stadt, Land, Bike (und Hike)

Der Grazer Hausberg Schöckl lockt mit der längsten Bikesaison im Alpenraum und seilbahnunterstütztem Downhill-Vergnügen. © Erlebnisregion Graz / Mias Photoart 

Von Stadt auf Land in zehn Minuten. Das ist in der Erlebnisregion Graz die kurze Distanz zwischen Kulinarik, Kultur und der winterlichen Natur im Umland. Morgens am Grazer Hausberg Schöckl im Schnee unterwegs, nachmittags durch die Altstadt flanieren und Museen besuchen. Oder umgekehrt. Vor den Toren der Stadt warten z.B. actionreiches Downhillbiken am Schöckl, Alpakas und Lamas als tierische Begleiter oder Wanderwege mit aussichtsreicher Natur auf Winterurlauber.

Aktivtipp: von Dezember bis Februar bieten die Aktivtage am Schöckl die Möglichkeit Neues auszuprobieren. 

#4 Tölzer Land: Ein Winter wie er sein soll 

Langlaufen statt Slalom, Ruhe statt Rennen. Im Tölzer Land war der Berg nie nur Skipiste, sondern immer auch Ort zum Durchatmen. © Tölzer Land Tourismus / Dietmar Denger 

Winterurlaub ohne Ski? Im Tölzer Land ist das kein Kompromiss. Die Stärke der Region liegt in ihrer Vielfalt: Rodelabfahrten am Blomberg, Loipen durch verschneite Wälder und sogar Radtouren durchs Ellbach-Kirchsee-Moor oder entlang der Isar. Charme haben auch die Hütten: familiengeführt, jede mit eigener Handschrift. Die eine duftet nach Kaspressknödel, die andere nach Schweinsbraten. Ideal für eine Einkehr beim Wandern oder einfach, um die Aussicht zu genießen. Kulturinteressierte werden in Bad Tölz, Geretsried, Wolfratshausen und Kochel am See fündig, wo Museen, Lesungen und Konzerte zum Entdecken einladen. Zum Ausklingen eines Tages, nach einer Winterwanderung oder einer Stadtbesichtigung, bietet die Therme in Kochel Gelegenheit zum Entspannen und neue Kraft zu tanken.  

#5 Tannheimer Tal: Die Alpen aus der Vogelperspektive erleben

Eine farbenfrohe Ballonfahrt über dem winterlichen Tannheimer Tal, wo Berge und Himmel zu verschmelzen scheinen. © Anna Meurer 

Manchmal braucht es einen Perspektivwechsel. Um loszulassen, um klar zu sehen, um zu verstehen. Hoch über dem Tannheimer Tal, in der Stille eines Heißluftballons, schrumpft das Rauschen des Alltags zur fernen Erinnerung. Kein Motor, nur das gelegentliche Brennergeräusch. Kein Stress, nur langsames Gleiten. Ballonfahren ist erstaunlich still und genau diese Stille macht den Unterschied. Der Blick schweift über verschneite Gipfel, während sich unten die Welt weiterdreht. Beim internationalen Ballonfestival im Tannheimer Tal (11. bis 31. Januar 2026) treffen sich jedes Jahr Ballonfahrer aus ganz Europa. Mitfahren ist möglich, Zuschauen ebenso. Ein echter Geheimtipp ist das Ballonglühen. In der dunklen Winternacht werden die Ballons startklar gemacht, die Flammen tauchen die Landschaft in ein faszinierendes Lichterspiel. Romantik und Stille am Boden. Doch wer einmal oben war, versteht: Manchmal findet man Ruhe nur mit Abstand. 

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