Vom Badesee aufs Gletschereis: In Zell am See-Kaprun dreht sich alles ums Wasser
SUP auf dem Zeller See, Gischt in der Klamm und Schnee auf 3.000 Metern: Zell am See-Kaprun vereint fünf Wasserwelten in einer Region.
Vom Badesee aufs Gletschereis: In Zell am See-Kaprun dreht sich alles ums Wasser
Zwischen 750 und 3.029 Höhenmetern zeigt sich Wasser in immer neuer Gestalt – vom Badesee über die Klamm und die Hochgebirgsstauseen bis hinauf zum Gletscher.
33 Grad in der Stadt. Der Asphalt flirrt, die Klimaanlage rattert. Wer jetzt an einen Badesee denkt, denkt zu klein. In Zell am See-Kaprun, zweieinhalb Autostunden von München entfernt, zieht sich ein Element wie eine vertikale Linie durch die gesamte Region: Wasser. Und zwar von 750 bis auf 3.029 Höhenmeter. Morgens auf dem SUP über einen 23 Grad warmen See gleiten. Mittags in einer Schlucht stehen und die Gischt auf der Haut spüren. Und wer dann immer noch nicht genug hat, rodelt mitten im Hochsommer auf echtem Schnee in 3.000 Metern – Handschuhe und Mütze inklusive. Fünf Orte, ein Element und ab Sommer 2026 auch ein neues Wahrzeichen auf dem Zeller See: ein vollelektrisches E-Schiff, entworfen vom Studio F.A. Porsche.

Die Schmittenhöhe als Wasserkarte der Region
Manchmal muss man sich entfernen, um zu verstehen, was einen umgibt. Wer verstehen will, warum Zell am See-Kaprun keine gewöhnliche Destination ist, fährt zuerst nach oben. Mit der Schmittenhöhebahn auf knapp 2.000 Meter, auf die Schmittenhöhe, den Hausberg von Zell am See. Oben angekommen öffnet sich ein 360-Grad-Panorama, das die gesamte Wasserlinie der Region wie eine Landkarte ausbreitet. Unten schimmert der Zeller See, glatt und blaugrün in seinem Becken. Im Süden zieht sich das Kapruner Tal Richtung Sigmund Thun Klamm, deren Schlucht man von hier nur erahnen kann. Dahinter türmen sich die Staumauern von Mooserboden und Wasserfallboden auf, unsichtbar, aber da. Und ganz hinten glänzt das Eis am Kitzsteinhorn, flankiert von über 30 Dreitausendern bis hinüber zum Großglockner. Zurück am See zeigt sich, dass oben und unten zusammengehören. Eine kleine Flotte kreuzt dort durchs Wasser und vereint Tradition und Zukunft. Die Libelle, Baujahr 1947, ist das älteste Schiff am Zeller See. Ab Sommer 2026 gleitet ein vollelektrisches E-Schiff über das Wasser: entworfen vom Studio F.A. Porsche, jenem Designstudio, das seit Jahrzehnten in Zell am See zu Hause ist und bereits die Gondeln der Schmittenhöhebahn gestaltet hat. 25 Meter lang, lautlos, emissionsfrei. Wo die Libelle Erinnerung trägt, bringt das neue E-Schiff etwas mit, das zum See passt: Ruhe.

Wasser zum Anfassen: Sommerfrische am Zeller See
Wer den Kopf unter Wasser taucht, sieht, was die Messwerte bestätigen: Die EU bewertet den Zeller See seit Jahren durchgängig mit „ausgezeichnet“, der höchsten Qualitätsstufe. Außerdem hat er offiziell Trinkwasserqualität. Im Sommer wird er bis zu 23 Grad warm. Kein eisiger Bergsee, aber auch kein laues Planschbecken. Frisch genug, um wach zu werden. Klar genug, um den Grund zu sehen. Auf dem Wasser herrscht fröhlicher Betrieb. SUP-Boards gleiten durch die Morgenstille, später kreuzen Segelboote und Windsurfer. Im SUP-Center von Günther Maier können Anfänger das Stehen auf dem Brett lernen, während andere Yoga-Asanas auf dem Wasser üben. Das Bergpanorama dahinter ist so unbeweglich und groß, dass die ganze Betriebsamkeit auf dem See ein bisschen unwirklich wirkt. Als hätte jemand die Berge extra als Kulisse aufgestellt. Am Abend verlagert sich alles nach Thumersbach. Das Strandbad liegt auf der Westseite, was langes Licht bedeutet. Und langes Licht bedeutet, dass der Abend hier nie abrupt endet.

Urgewalt Wasser: Durch die Sigmund Thun Klamm zum stillen Klammsee
Die Sigmund Thun Klamm kündigt sich an, bevor man sie sieht. Erst ein Rauschen, dann feuchte Luft auf der Haut und schließlich Gischt. Ein Holzsteg führt in die Schlucht, die das Wasser über Jahrtausende in den Fels gegraben hat. Die Wände rücken zusammen, das Licht wird schräg, das Wasser schießt durch die Enge. So laut, dass es jedes Gespräch übertönt. Es riecht nach nassem Stein, die Kälte steigt aus der Schlucht. Jeder Meter zeigt, was Wasser anrichtet, wenn es genug Zeit hat. Dann weiten sich die Wände und das Tosen bleibt mit jedem Schritt weiter zurück. Der Klammsee liegt türkisfarben und reglos im Kessel, als hätte jemand den Ton abgedreht. Nirgendwo in der Region liegen Lärm und Stille so dicht beieinander. Im seichten Zufluss lädt eine natürliche Kneippanlage dazu ein, müde Füße in knietiefes Gebirgswasser zu stellen. Kalt genug, um sofort wach zu werden. Warm genug, um wiederzukommen.

Geändigte Kraft: Die Hochgebirgsstauseen auf über 2.000 Metern
Still und beschaulich? Nicht hier. Die Stauseen Mooserboden und Wasserfallboden sind kein Naturschauspiel. Sie sind Ingenieurskunst der Fünfzigerjahre, als Österreich Strom brauchte und Staumauern hochzog. Genauer gesagt über hundert Meter hoch, quer durch das Hochgebirge. 165 Millionen Kubikmeter Wasser, aufgestaut zwischen Fels und Beton, gebändigt und trotzdem überwältigend. Die Anfahrt zur „Batterie des Salzburger Landes“ allein ist ein Erlebnis. Der Lärchwand-Schrägaufzug, Europas steilster offener Schrägaufzug, schiebt Besucher in einem Winkel nach oben, der den Atem stocken lässt. Oben angekommen: ein Bild, das an skandinavische Fjorde erinnert. Türkisfarbene Becken, eingefasst von steilen Felswänden, nur eben auf 2.000 Metern in den Alpen. An der Mauerkrone entlanggehen und nach unten blicken – hier zeigt sich, welche Kraft die Mauer in Schach hält. Erlebnisspielstationen im Strom-Trail laden Familien zum Verweilen ein. Bei einer Führung geht es sogar ins Innere der Mauer. Schwindelfreie erklimmen den MOBO 107, den weltweit höchstgelegenen Klettersteig an einer Staumauer. Ausrüstung gibt es leihweise am Kiosk Mooserboden.

Gefrorene Zeit: Der Kitzsteinhorn-Gletscher auf 3.029 Metern
Vier Seilbahnen, zwölf Kilometer, die längste Seilbahnachse der Ostalpen: Sie bringen Besucher vom Ortszentrum Kaprun auf 3.029 Meter. Vier Vegetationszonen ziehen vorbei. Almwiesen, Latschen, nackter Fels, Schnee. Oben, auf der Aussichtsplattform TOP OF SALZBURG, öffnet sich der Blick auf etwas, das immer seltener wird: Gletscher. Der Blick reicht über die Hohen Tauern bis zum Großglockner. Direkt hinter dem Gipfel beginnt der Nationalpark Hohe Tauern, 1.856 Quadratkilometer geschütztes Hochgebirge. Die National Park Gallery führt durch einen Stollen ins Eis, Nationalpark Ranger erklären Kristalle, Permafrost und Bartgeier. Die ICE ARENA macht den Gletscher auch für Familien greifbar: Schneerodeln mit kostenlosem Schlittenverleih, Schneestrand, Snack-Bar. Das ist Hochsommer auf 3.000 Meter. Mit Handschuhen und Mütze.
Weitere Infos unter: www.zellamsee-kaprun.com/de

Über Zell am See‑Kaprun
Die österreichische Ganzjahres-Destination Zell am See-Kaprun vereint die gesamte Vielfalt der Alpen. In dem einzigartigen Naturparadies am Rande des Nationalparks Hohe Tauern finden Sportler, Aktivurlauber, Familien und Erholungssuchende im Sommer wie im Winter abwechslungsreiche Erlebniswelten. Dazu gehören die Gipfelwelt 3.000 auf dem Kitzsteinhorn, dem einzigen Gletscherskigebiet im Salzburger Land, das Familiengebiet Maiskogel, der Panorama- und Familienberg Schmittenhöhe sowie der Zeller See und die mehrfach ausgezeichnete 36-Loch-Leading-Golfcourses Anlage. Im Winter zählt Zell am See-Kaprun zu den attraktivsten Wintersportregionen Österreichs und dank des Ticketverbunds Ski ALPIN CARD können Schneebegeisterte insgesamt 408 Pistenkilometer inklusive Gletscher mit einem einzigen Skipass erobern. Tradition und Authentizität spiegeln sich in den Veranstaltungen und kulinarischen Spezialitäten der Region wieder.